Marci´s story
Was Bedeutet Community für dich?
Community bedeutet für mich sich zusammengehörig fühlen, weil man gemeinsame Interessen hat, beziehungsweise gemeinsam irgendwo hinkommen will. Gemeinsame Ziele erreichen und dafür einzustehen, entweder zu kämpfen, zu basteln oder zusammen Aktionen umzusetzen.
Wie findest du deine Community?
Indem ich meine Nase überall reinstecke. Nun, ich habe festgestellt, dass ich zu vielen Communities gehöre. Deshalb bin ich für diese Frage in einer besonderen Position, denn ich bewege mich nicht nur in der schwulen Community, sondern auch in anderen Communities. Und während ich so zwischen ihnen hin- und herwechsle, habe ich die meisten meiner Communities eher zufällig gefunden, ohne groß darüber nachzudenken. Auch völlig sexuell unabhängig. Und dann gucke ich, was mir da gefällt und dann engagiere ich mich.
Was machst du, um dich selbst zu feiern? Was machst du, um dich selbst und deine Community zu feiern?
Ich bin einfach der, der ich bin. Ich glaube, es macht keinen Sinn, sich zu verstellen oder so zu tun, als wollte man anderen Leuten gefallen. Ich bin einfach so, wie ich bin. Und eigentlich fahre ich damit ganz gut. Die meisten Leute mögen mich, sie sagen immer, ich hätte das Herz auf der Zunge. Das heißt irgendwie, ich bin halt so direkt. Es gibt auch ein paar Leute, die finden mich ein bisschen zu direkt. Man müsste dann diplomatischer sein. Das ist nicht so meine Hauptkompetenz, aber ich will mich da auch gar nicht ändern.
Was macht das Projekt we are village so einzigartig?
Naja, da treffen sich Leute, wo es mal ausnahmsweise oder endlich mal nicht nur ums Vögeln geht, ums Ficken und wer hat den Längsten oder den Größten, sondern es geht halt mehr um nachhaltige Sachen und das finde ich schon ganz cool. Mir ist es manchmal ein bisschen zu meditativ, aber im Grunde genommen geht es halt mehr so um die Seele als nur um die Äußerlichkeiten. Obwohl Äußerlichkeiten mir ja auch nicht unwichtig sind, weil sonst wäre ich ja nicht so bunt und würde nicht so aussehen, wie ich aussehe. Aber wenn es sich nur darum dreht. Finde ich es ein bisschen langweilig und das ist im Village zum Glück nicht der Fall.
Kannst du einen Moment bei we are village teilen, der bedeutungsvoll war oder dir in Erinnerung geblieben ist?
Ja, einmal nach einem Workshop mit dem Tanzlehrer, ich glaube, es war der Michael, und er hat seinen Hund mal mitgebracht irgendwie und nach so einer ziemlich exzessiven Tanznummer oder so, war der Hund total aufgeregt und ich konnte aber total gut mit dem Hund und dann habe ich mit dem Hund noch so ein bisschen rumgespielt. Das war super. Und die andere super Idee. Die war für mich, als ich Theo getroffen habe, weil das war auch, wie ich vorhin erzählt habe, ganz unverhofft. Ich bin dahin gegangen, weil ich eine Playfight Session gemacht habe. Und dann war das zu Ende und Theo war am gleichen Tag, da durchgeschlurft und hat hinten Tassen aus der Küche rausgeholt. Und ich dachte, okay, wer ist das? Und habe einfach gefragt und so bin ich halt zu den Queeren Needle Circle gekommen.




