Beschreibung
Radikale Empathie – Werkzeuge für das Miteinander
Zwischen Hier und Dort with The Darvish
Gast in diesem Monat: The Darvish — Performance-Künstler*in & Tänzer*in
Zwischen Hier und Dort: Tragen Körper ein Zuhause?
Was passiert mit unserem Gefühl von Zugehörigkeit, wenn wir uns zwischen Ländern, Sprachen, Kulturen und Communities bewegen? Und wie begegnen wir einander, wenn unsere Erfahrungen von Zuhause, Migration und Vertreibung – insbesondere in unterschiedlichen Kontexten – grundverschieden sind? Wie verinnerlichen und reproduzieren migrantische Communities Formen von Kontrolle und Überwachung innerhalb der eigenen Community?
Dieser Workshop versteht Migration nicht nur als geografische oder politische Erfahrung, sondern auch als etwas, das durch den Körper getragen wird. Durch Gespräche, Bewegung und spielerische Übungen erkunden wir Zugehörigkeit, kulturelle Unterschiede, Annahmen und die Art und Weise, wie unsere Körper lernen, sich anzupassen, zu schützen, zu kommunizieren und in ungewohnten Umgebungen Verbindung herzustellen.
Ausgehend von The Darvishs künstlerischer Praxis und eigenen Migrationserfahrungen schafft der Workshop Raum für unterschiedliche Perspektiven, ohne dass Teilnehmende persönliche oder traumatische Erfahrungen teilen müssen. Stattdessen arbeiten wir mit Bewegung, Zuhören und gemeinsamer Reflexion – als Werkzeuge, um einander mit Neugier und Achtsamkeit zu begegnen.
Über Radical Empathy
Radical Empathy – Tools for Togetherness knüpft an Radical Empathy – Queer Storytelling for Connection an und entwickelt das Format weiter: vom gemeinsamen Erzählen hin zum gemeinsamen Üben. Die Workshop-Reihe stärkt queeres Miteinander in seiner Vielfalt und fragt: Wie können wir verbunden bleiben, gerade wenn es schwierig wird?
Gehostet von Neo Seefried, verbindet die Reihe kollektives Storytelling mit somatischen, kommunikativen und kreativen Tools, um in queeren Kontexten mit Konflikten, Emotionen und Differenzen handlungsfähig zu bleiben – ohne zu vermeiden oder zu eskalieren, sondern mit mehr Klarheit, Fürsorge und Beziehungskompetenz.
Jede Session hat einen eigenen thematischen Fokus (u.a. Trauer & Tod, Beziehungen, Migration, HIV/Aids, Clubkultur & Substanzen, trans/inter/nicht-binär) und wird durch einen Gast ergänzt, der das jeweilige Thema vertieft. Im Zentrum steht der Resonance Circle: ein Raum für geteilte Geschichten, bewusstes Zuhören und Resonanz – Empathie als Praxis, die wir gemeinsam trainieren und in den Alltag mitnehmen.
neo seefried (*1995) ist freischaffende Kulturvermittler*in, Kuratorin, Künstler und Autor mit Schwerpunkt auf queere Lebensrealitäten, Clubkultur und gesellschaftliche Teilhabe. In Berlin lebend und tätig, verbindet neo Bildungsformate wie Workshops, Podcasts und Ausstellungen mit einer aktivistischen, intersektionalen Praxis. Neo studierte Kunstpädagogik (Universität Leipzig) und Curatorial Studies (ZHdK) und arbeitete u.a. für das Schwule Museum, Schloss Biesdorf, Kunstmuseum Basel, Universität der Künste Berlin, TU Berlin, HFBK Hamburg, Haus für Poesie Berlin, Tanzquartier Wien sowie unabhängige Kunsträume wie Parat, Clubbüro, Baby Angel und Last Tango in Zürich.
The Darvish ist ein*e syrische*r Performance-Künstler*in, Tänzer*in, Choreograf*in und Kulturschaffende*r in Berlin. Die eigene Praxis verbindet Bewegung, Gender, Migration, Zugehörigkeit und den Körper als Träger persönlicher und kollektiver Erinnerung. Seit 2017 setzt sich The Darvish für die Sichtbarkeit queerer Geflüchteter in europäischen Kunst- und politischen Räumen ein und kuratiert Queens against Borders. In Performances, Workshops und Community-Arbeit nutzt The Darvish Bewegung, Tanz und Storytelling als Werkzeuge für Empowerment, Verbindung und Ausdruck.
Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport – Landeskommission Berlin gegen Gewalt haben wir das Programm Konflikte als Ausgangspunkt – Resilienz als Gemeinschaftserfahrung entwickelt. Das Projekt eröffnet respektvolle, dialogische Räume für queere Menschen in Berlin. Es macht Differenzen sichtbar, lädt dazu ein, sie auszuhalten, und schafft Möglichkeiten, sie produktiv und kreativ zu bearbeiten. Damit soll die soziale Fragmentierung innerhalb der queeren Communities überwunden und neue Formen von Austausch, Zusammenhalt und gegenseitiger Teilhabe gestärkt werden.
Hinweise
Teilnehmende: Die Reihe richtet sich an queere Menschen (LGBTQIA+). Wir empfehlen insbesondere die Teilnahme von Menschen mit mehrfachen Marginalisierungen.
Sprache: Je nach Bedürfnissen der Gruppe auf Deutsch und/oder Englisch.
Kosten: kostenlos mit Anmeldung.




